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Baden-Baden

Yoga-Philosophie – ein Weg nach innen


Yoga ist weit mehr als die körperliche Praxis auf der Matte. Die Körperhaltungen, die Asanas, sind nur ein Teil eines viel umfassenderen Weges. Im traditionellen Yoga geht es darum, Körper, Atem, Geist und Bewusstsein miteinander zu verbinden.
Das Wort Yoga stammt aus dem Sanskrit und wird häufig mit „Verbinden“ oder „Vereinigung“ übersetzt. Gemeint ist die Verbindung mit uns selbst – mit dem, was in uns still, klar und wesentlich ist.
Ein zentraler Text der Yoga-Philosophie sind die Yoga Sutras des Patanjali. Darin wird Yoga als ein Weg beschrieben, den Geist zur Ruhe zu führen. Wenn die vielen Gedanken, Bewertungen und inneren Bewegungen stiller werden, können wir beginnen, uns selbst klarer zu erkennen.
Ein wichtiger Bestandteil dieses Weges sind die acht Glieder des Yoga, die sogenannten Ashtanga:

1. Yama – unser Umgang mit der Welt und anderen Menschen
2. Niyama – unser Umgang mit uns selbst
3. Asana – die körperliche Praxis
4. Pranayama – die bewusste Führung des Atems und der Lebensenergie
5. Pratyahara – das Zurückziehen der Sinne nach innen
6. Dharana – Konzentration
7. Dhyana – Meditation
8. Samadhi – tiefe Versenkung und Verbundenheit

Dabei ist Yoga kein Weg, auf dem wir etwas werden müssen, das wir noch nicht sind. Vielmehr geht es darum, Schicht für Schicht loszulassen, was uns von unserem eigenen Wesen entfernt.
Die Yamas und Niyamas können dabei wie ein innerer Kompass sein. Ahimsa erinnert uns an Gewaltlosigkeit und Sanftheit. Satya lädt uns zur Wahrhaftigkeit ein. Aparigraha lehrt uns, loszulassen. Santosha erinnert uns daran, dass dieser Moment bereits vollständig sein darf.
So wird Yoga zu einer Lebensphilosophie.

Wir üben nicht nur, auf der Matte beweglicher zu werden.
Wir üben, bewusster zu leben.

Wir lernen, unseren Körper wahrzunehmen, ohne ihn zu bekämpfen. Wir beobachten unseren Atem, ohne ihn zu kontrollieren. Wir begegnen unseren Gedanken, ohne jeden Gedanken glauben zu müssen. Und wir entdecken vielleicht, dass hinter all dem Tun ein Ort in uns existiert, der bereits ruhig und vollständig ist.
Die Matte wird dadurch zu einem Spiegel des Lebens.

  • Wie gehe ich mit Widerstand um?
  • Kann ich loslassen, wenn etwas nicht so geschieht, wie ich es möchte?
  • Kann ich geduldig mit mir sein?
  • Kann ich mich annehmen, ohne etwas leisten zu müssen?
  • Kann ich dem Leben vertrauen, auch wenn ich den nächsten Schritt noch nicht kenne?

Vielleicht liegt genau darin die Schönheit der Yoga-Philosophie:

Yoga möchte uns nicht aus unserem Leben herausführen.
Yoga möchte uns lehren, bewusster in unserem Leben zu sein.
Jeder Atemzug kann eine Einladung sein, zurückzukehren.
Zu diesem Körper.
Zu diesem Moment.
Zu uns selbst.
Und vielleicht erkennen wir irgendwann, dass das, wonach wir so lange gesucht haben, nie wirklich außerhalb von uns lag.
Yoga ist der Weg nach innen – zurück zu unserer eigenen Mitte.

 
 
 
 
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